Eine Grill-Weltreise: Planet Barbecue von Steven Raichlen

verfasst von derLasse am 16. Juli 2013



“Mein Grill-Weltreise – Rezepte aus 50 Ländern”, so der Untertitel des mehr als 500 Seiten starken Buchs des amerikanischen Autors Steven Raichlen.

 

Steven Raichlen: Planet Berbecue

 

Als ich den Titel “Planet Barbecue” in der Sachbuchliste von bloggdeinbuch.de entdeckt habe, konnte ich natürlich nicht anders, als mich um eine Rezension zu bewerben. Schon wenige Tage später hatte ich Post und das Buch lag bei mir zuhause.

 

Schon beim Auspacken des bei h.f. Ullmann Publishing erschienenen Werkes war ich ziemlich überrascht: Mit einem derartig dicken Buch hatte ich wirklich nicht gerechnet. Ich weiß nicht genau, was ich mir vorgestellt hatte, aber sicherlich keinen mehr als 500 Seiten starken Wälzer…Beeindruckend!

 

Bereits beim allerersten Durchblättern wird einem klar, dass man in diesem Buch eine gigantische Masse an Informationen geliefert bekommt. Es fällt einem außerdem sofort auf, dass man es mit einem äußerst textlastigen Kochbuch zu tun hat. Natürlich findet man auch in diesem Buch zahlreiche, appetitliche und schöne Fotos, der Schwerpunkt liegt aber eindeutig auf den Textinhalten.

 

Steven Raichlen`s Planet Barbecue

 

Der in den USA lebende Steven Raichlen ist dort eine Art Grill-Guru, mir war er – um ehrlich zu sein – bisher noch kein wirklicher Begriff. Er hat allerdings schon zahlreiche Koch- und Grillbücher geschrieben und tritt in den USA als Fernsehkoch auf. Außerdem ist er Gründer der Barbecue Academy.

 

Layoutmäßig erinnert mich “Planet Barbecue” ein wenig an amerikanische Lehrbücher, die ich während des Studiums kennengelernt habe – die Bilder haben unterschiedliche Formate und hier und da wird immer mal wieder eine zusätzliche Infobox in den Text eingeworfen. Ich habe sicherlich schon einmal “ruhigere” Schriftbilder gesehen, allerdings macht es die reine Text- und Bilderflut dieses Buches den Grafikern von ullmann-publishing.com auch nicht unbedingt leicht, den Dingen etwas Raum zu geben.

 

Inhalt

Vom inhaltlichen Aufbau her liefert Steven Raichlen hier ein klassisches Kochbuch: Nach einer kurzen Einführung und dem netten, unterhaltsamen Exkurs in die “Zwei Millionen Jahre Grillgeschichte” ist der weitere Inhalt in die eher üblichen Kategorien Vorspeisen, Salate, Gegrilltes Brot, Fleischgerichte (diese werden noch einmal nach der Art des Fleisches gegliedert), Fisch- und Meeresfrüchte, Veggie-Gerichte und Desserts, untergliedert. So findet sich der Leser in gewohnter Weise schnell zurecht.

 

Den Abschluss des Buches bildet ein Kapitel, das die praktischen Grundlagen des Grillens vermittelt. Hier wird auf unterschiedliche Grilltechniken, Grillarten, Brennstoffe und die notwendigen Vorbereitungen für eine erfolgreiche Grill-Session eingegangen.

 

Steven Raichlen`s Planet Barbecue

 

Das tolle an diesem Buch: Die Rezepte stammen wirklich aus allen Ländern dieser Welt – bunt gemischt. Es ist keine wirklich deutliche Tendenz und auch kein klarer regionaler Schwerpunkt festzustellen. Prima!

 

So finden sich im Buch Grillgerichte aus Mexico, Spanien, Italien, Jamaika, Usbekistan, Indonesien, Thailand, den Philippinen, Georgien, Australien, Japan, Armenien, Argentinien, Marokko, Frankreich, Serbien und Kenia, um nur einige Beispiele zu nennen. Wirklich alle Ecken der Welt sind in diesem Buch vertreten. So stösst der Leser natürlich auch auf kuriose Rezepte, die ihm so sicherlich nicht in einem Standard-Grillbuch begegnen würden (auch wenn ich mit Interesse darüber gelesen habe glaube ich trotzdem nicht, dass es Ziegenfleisch auf meinen Grill schaffen wird…) .

 

Die Rezepte sind alle sehr ausführlich und deutlich beschrieben, so dass das Nachkochen zuhause kein Problem darstellen dürfte. Zu jedem Rezept gibt es eine kleine Infobox, in der angegeben wird, woher das Rezept stammt, was es beinhaltet und wie es zubereitet werden soll. Außerdem werden noch zusätzliche Hintergrund- und regionale Infos zum Rezept aufgeführt. Sehr schön, um sich einen schnellen ersten Überblick über das Rezept zu verschaffen, gerade weil die eigentlichen Rezeptbeschreibungen – wie schon weiter oben erwähnt – sehr ausführlich sind. Besondere Arbeitsschritte, wie z.B. das Pökeln vom Lammfleisch werden zusätzlich auch mit schrittweisen Bildern erläutert.

 

Gut gefallen mir außerdem die “Grillanzünder”. Auf diesen Sonderseiten werden Grillmeister aus aller Welt und Ihre Restaurants vorgestellt. Auch hier macht es Spaß einfach ein bisschen zu stöbern und zu schmökern.

 

Steven Raichlen`s Planet Barbecue

 

Genauso gibt es auch zu jedem der enthaltenen Länder eine Seite mit Informationen zur lokalen Grillkultur. Die entsprechende Seite zu Deutschland ist übrigens mit “Hier geht`s um die Wurst” betitelt und für deutschen Spießbraten, Haxen und Steckerlfisch findet Steven Raichlen sehr lobende Worte.

 

Da die Rezepte sehr authentisch präsentiert werden, muss man allerdings (leider) auch feststellen, dass nicht jedes Rezept so ohne weiteres direkt nachgrillbar ist, denn die Beschaffung so mancher der verwendeten Zutaten dürfte sich durchaus etwas schwieriger gestalten, auch wenn in Zeiten des Online-Einkaufs ja so manches möglich geworden ist.

 

Wirklich sehr positiv überrascht war ich, als ich mich nach dem Preis dieses Buchs erkundigt habe. Denn 14,99€ finde ich für ein solches inspirierendes “Grundlagenwerk” in der Tat einen mehr als günstigen und kundenfreundlichen Preis.

 

Fazit

Ein äußerst umfangreiches, inspirierendes Grillbuch mit tollen Rezepten und einem deutlichen Unterhaltungswert zu einem richtig fairen Preis. Deshalb absolut empfehlenswert.

 

Wer nun Interesse am Planeten Barbecue hat, sollte ihn sich am besten gleich hier bestellen.

 

Steven Raichlen`s Planet Barbecue

 

Dieser Artikel hat bisher 5 Kommentare.


Bisherige Kommentare:

  1. Tamar Braun sagt:

    Der Artikel macht neugierig auf das Buch!

    • derLasse sagt:

      Hey Tamar,

      Prima, das freut mich!
      Wer ein Grillbuch zum “Stöbern” möchte macht hier für den Preis sicherlich keinen Fehler ;-).

      Beste Grüße
      Lars

  2. Och, Zicklein ich eigentlich ganz lecker – so sie viel Zeit draußen, anstatt im Stall verbracht hat. Unbedingt empfehlenswert (nicht unbedingt für den Grill) ist die Leber, die wunderbar saftig bleibt ;-))

    • derLasse sagt:

      Hey Andreas,
      Hast Du das Zicklein schon einmal gemacht? Klingt schon irgendwie interessant…
      Leber muss ich ehrlich sagen, ist nicht so ganz mein Fall…

      Beste Grüße
      Lars

      • Keule salzen und auf dem Grill kurz und scharf von allen Seiten anbraten/bräunen und danach (ähnlich wie Lammkeule) mit getrockneten Tomaten, ein paar Kräutern und einem Schuss Wein in aller Ruhe bei 150 º im Backofen vor sich hin schmurgeln lassen bis sich das Fleisch vom Knochen zurückzieht.

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