Erfahrungsbericht: Zum ersten Mal beim Grillseminar

verfasst von derLasse am 20. April 2012



Egal ob kochbegeistert oder nicht, Grillen steht bei Kerlen im Sommer ganz hoch im Kurs. Wer es richtig ernst meint mit der Grillerei und auf der Suche nach neuem Input und Ideen für die eigene Grillsession ist sollte einmal über den Besuch eines Grill-Seminars nachdenken. Ich habe mich kurzentschlossen einfach mal angemeldet…

 

 

Der wahrscheinlich allseits bekannte Grillhersteller Weber-Stephen bietet unter der Devise „Weber Grillakademie unterwegs“ Grillseminare in zahlreichen Städten und mit unterschiedlichen Inhalten an. In der Regel finden diese dann bei lokalen Fachhändlern für Grill- und Küchenbedarf statt. Ich habe mich für ein Seminar mit dem Titel „American BBQ“ entschieden. Kostenpunkt: 69,00€ – dafür sind allerdings alle verwendeten Zutaten und Getränke inklusive.

 

Circa 20 Teilnehmer hatten sich für das Seminar angemeldet (erstaunlicherweise fanden sich auch immerhin 4 Frauen darunter!) und bekamen zur Begrüßung erstmal eine Grillschürze, so wie eine Rezept-CD vom rheinländisch gut gelaunten Grillmeister Karsten „Ted“ Aschenbrandt ausgehändigt.

 

Natürlich wäre es schön, wenn eine solche Veranstaltung in einem netten Garten stattfinden würde, aber aus Erfahrung von Schule und Universität weiß man ja schon: Bildungsanstalten müssen karg und nüchtern sein. So wurde kurzerhand der Parkplatz von Siegens „Grill + Küchenzeug“ zum Freiluft-Hörsaal der Weber-Akademie. Vor uns war bereits eine große Arbeitsfläche mit Zutaten für alle Gerichte, die auf der Tagesordnung standen aufgebaut. Konkret waren dies:

 

Cowboy Beans

(selbstverständlich) Rindersteak mit frischen Kräutern

Honig-Drumsticks

Veggie-Wraps

Porkroast (der Hammer!!!)

Kartoffel-Bacon-Spieße

Maisplätzchen

American Cheescake (eine super Idee für einen außergewöhnlichen Grillnachtisch)

 

Glücklicherweise befand sich die Arbeitsfläche unter einem praktischen Party-Pavillon, so dass der später leider einsetzende Regen uns nicht allzu viel anhaben konnte. Rundum waren Grills aller Art aufgebaut: Sowohl die gute alte Holzkohle, als auch Gas- und Elektro-Grills waren im Einsatz. Gegessen wurde später allerdings drinnen.

 

Nach der ausgiebigen Erläuterung aller Gerichte, ihrer Zutaten und der Vorgehensweise zur Zubereitung machten sich die einzelnen Grüppchen direkt an die Arbeit. Klar, dass bei so einer Teilnehmerzahl nicht jeder an jedem Gericht beteiligt sein kann. Eifrig wurde geschnitten, gehackt, gefüllt und mariniert. Stets unter der aufmerksamen Anleitung von Grillmaster Ted, der für jeden gute Tipps und Hinweise parat hatte und keine Frage unbeantwortet ließ. Selbstverständlich herrschte auch bei den Teilnehmern untereinander ein reger Erfahrungsaustausch und es entstand manches interessante Gespräch.

 

Eindrucksvoll und nachahmenswert war hierbei vor allen Dingen seine Methode zum Entstrunken von Eisbergsalatköpfen mit nur einem einzelnen Schlag.

Während die einzelnen Gerichte auf den verschiedenen Grills lagen erklärte Ted die Vor- und Nachteile der verschiedenen Grillsysteme und gab wertvolle Hinweise zu Ihrer Wartung, Pflege und Reinigung.

 

Wichtige Erkenntnisse (mit einer Prise Humor):

  1. um ein Steak vernünftig Grillen zu können sollte es schon 5 cm dick sein (JUHU!!!). Man kann es ja immer noch in Tranchen schneiden, wenn es kleiner sein soll.
  2. Cross-Branding (die schönen Rauten vom Grillrost auf dem Steak) reichen auf einer Seite des Steaks – wer unter das Steak guckt ist kleinlich
  3. ein Grill wird UNTER KEINEN UMSTÄNDEN mit Wasser und Seife gereinigt. Volle Hitze, Rost abbürsten und fertig. Unter keinem Umstand darf die Innenseite des Grilldeckels gesäubert werden. Ein Grill braucht Patina, dann funktioniert er besser und rappelt auch nicht. Sollte eine, bzw. Eure Frau für dieses Gebot kein Verständnis haben und Euch dennoch zur Reinigung überreden hatte der Grillmeister noch die folgenden Tipps: Beim ersten Mal den versifften Rost einfach mal in die Spülmachine stellen. Sollten die Schwarzen Ablagerungen, die sich überall festsetzen keine Wirkung zeigen sollte die nächste Reinigungs-Prozedur in der Dusche stattfinden… Spätestens dann hat sich das Thema Grill sauber machen wohl erledigt. Der Mann spricht aus Erfahrung.
  4. keine Angst vor großen Fleischstücken!

 

Wie hat es nun geschmeckt?

Hervorragend! Insgesamt hat wirklich alles sehr sehr gut geschmeckt. Besonders möchte ich aber die Steaks, den gerollten Schweinenackenbraten, die Cowboy-Beans und den American Cheesecake hervorheben. Die Rezepte für Drumsticks und Kartoffel-Bacon-Spieße waren meiner Meinung nach eher etwas unspektakulär, aber dennoch sehr schmackhaft.

 

Fazit

Eines ist schonmal sicher: Einige der Rezepte (zuerst Braten und Cheesecake) aus dem Seminar werden definitiv Anwendung auf dem eigenen Grill finden und dann selbstverständlich auch hier präsentiert.

 

Zum Abschluss möchte ich mich außerdem auch noch einmal bei Grillmeister Ted und dem Team von Grill + Küchenzeug Siegen für die perfekte Organisation und die kompetente Durchführung des Seminars bedanken. Alle Teilnehmer hatten Spaß, haben etwas dazugelernt, waren satt und hatten einen sehr netten und gemütlichen Abend. Mir persönlich hat es großen Spaß gemacht, die Teilnahme kann ich also nur empfehlen – für mich war es bestimmt nicht das letzte Mal.

 

 

Dieser Artikel hat bisher 3 Kommentare.


Bisherige Kommentare:

  1. Tami sagt:

    Hört sich ja nach einem tollen Seminar an :-) Da sollte ich mal schauen, ob sich so eines auch in Wien finden lässt… ansonsten find’ ich grillen ja auch toll, vor allem was den Aspekt des Putzens betrifft ;)

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