Kochende Kerle #4: Alfred Wissel – ein wahrer Kochenthusiast macht Brühwürfel selbst

verfasst von derLasse am 12. September 2012



Endlich geht es in der Rubrik “Kochende Kerle” weiter. Heute möchte ich Euch Alfred Wissel vorstellen. Sein Kochenthusiasmus ist sogar so groß, dass er es damit ins Fernsehen geschafft hat. 

 

Alfred Wissel und Henssler bei der Küchenschlacht

 

Ich habe “Opa Alfred”, wie er sich selbst gerne nennt, durch seine Kommentare hier im Blog und die sehr nette, sich daraus ergebende Konversation per e-Mail kennengelernt. Seine kompetente Art lässt darauf schließen, dass er am Herd so einiges drauf hat. Zeit, ihm ein paar Fragen für Euch zum Mitlesen zu stellen.

 

Alfred ist 62 Jahre alt und wurde im schönen Ort Gunzenbach im “Hutzelgrund” (Vorspessart) geboren. Seine Eltern betrieben dort ein kleines Lebensmittelgeschäft und eine Zeit lang – bevor er sich zu einer Ausbildung als Bankkaufmann entschloss – verkaufte Alfred mit seiner Mutter auch Obst und Gemüse an einem Wochenmarktstand in Hanau. Wahrscheinlich wurde ihm seine Begeisterung für gutes Essen und gute Zutaten also schon in die Wiege gelegt. Heute ist Alfred Rentner und lebt in Alzenau-Albstadt, ca. 50km von Frankfurt am Main entfernt – aber immer noch in Bayern, bzw. Unterfranken, wo er großen Wert drauf legt.

 

 

 

mkr: Hallo Alfred! Ich freue mich, Dich in der Männerkochrunde zu begrüßen! Wie bist Du auf dieses Blog aufmerksam geworden?

Ich bin ganz zufällig beim Stöbern nach Rezepten im Netz darüber gestolpert. Ich habe übrigens bei “Kochrezepte.de” eine eigene Profilpage mit Bildern und Rezepten. Zu finden bin ich dort unter dem Namen “Opa Alfred”.

 

mkr: Wie kommt`s, dass Du Dich “Opa Alfred” nennst?

Den Namen habe ich mir einfach einfallen lassen als ich für meine Website ein Pseudonym gesucht habe. Da ich auch schon dreifacher Großvater bin dacht ich, dass der Name zu mir “altem Sack” ganz gut passt ;-).

 

mkr: Wie wurde ein so kochbegeisterter Kerl aus Dir?Opa Alfred

Ich habe bereits mit jungen Jahren angefangen zu kochen. Mein Vater war Herzkrank, da musste ich ran, wenn meine Mutter auf dem Wochenmarkt zu Gange war.

 

Dann, als jungverheirateter Mann wurde ich gleich mit Zwillingen gesegnet. Da musste jeder mithelfen. Ich habe dann die Küche übernommen, und das komplett….!!

 

Ich habe später dann auch für Freunde und in der näheren Verwandtschaft zu besonderen Anlässen gekocht, z.B. für Komunionfeiern mit 60 Personen, oder bei unseren Vereinen. Da braucht man schnell mal 200 Schnitzel oder 120 Liter Eintopf…

 

mkr: Hast Du auch beruflich mit dem Kochen zu tun, oder ist das ein reines Hobby für Dich?

Nein, meine Kochleidenschaft ist reines Hobby.

 

mkr: Was kochst Du am liebsten?

Ich koche eigentlich alles, mein Lieblingsgericht ist mein selbsteingelegter Sauerbraten mit “Opa Alfred`s” Kartoffelklössen, Rotkraut usw. Natürlich zählt zu meinen Lieblingsgerichten noch eine schöne Festtagssuppe mit Mark- und Leberklösschen und selbst gemachtem Eierstich, Rindfleisch mit wildem Meerrettich und Bandnudeln.

 

mkr: Als ganz großer Rotkohl-Fan muss ich da noch einmal schnell nachhaken. Was ist beim Rotkraut Dein Geheimtipp?

Zum Thema Rotkraut kann ich nur sagen: Hauptsache selbst gehobelt, einen schönen Boskop-Apfel, etwas Zimt und einen Schuss Essig dazu und dann natürlich zum Würzen ein Lorbeerblatt, wenn möglich frisch vom Bäumchen.

 

mkr: Deine Kochbegeisterung ist ja sogar so groß, dass Du beim ZDF bei den “Topfgeldjägern” und der “Küchenschlacht” teilgenommen hast. Erzähl doch bitte ein wenig darüber. Wie war es dort und wie bist Du auf die Idee gekommen?

Ja, das war ein Erlebnis dees Extraklasse. Mein Freund Manfred hatte mich vor zwei Jahren mit zu den Topfgeldjägern genommen, weil ihm zwei Kandidaten ausgefallen waren, fragte er mich ob ich nicht mitkommen woll, da war ich natürlich sofort dabei. Das war natürlich vom Feinsten, zwei Männer gegen zwei Frauen, super. Dann habe ich mich auf Anfrage von der damaligen Aufnahmeleiterin beim ZDF bei der Küchenschlacht beworben, wurde dann mit meinen eigenen Rezepten angenommen. War bis ins Finale vorgedrungen. Ein Erlebenis wie Weihnachten und Ostern gleichzeitig.

 

mkr: Und was hast Du dort gekocht?

Was bei den Kochsendungungen gekocht wurde, das gibt ein eigenes Thema, die Rezepte kannst Du aber auch gerne noch haben :-).

 

Auf jeden Fall waren die vier Tage in Hamburg im Studio, mit Alexander Herrmann zu kochen Spaß pur. Die ganze Mannschaft, die Mädels, die Kameraleute, die Juroren, Schubeck, Lichter Horst – das war wie eine Familie. Und ich Kahlgründer Bub mit meinen Platt, da kann man sich vorstellen, welche Stimmung da herrschte.

 

mkr: In den Kommentaren zu meinem Blog-Beitrag “Gemüsefond selbstgemacht” hast Du geschrieben, dass Du Dein Brühepulver zum Würzen selbst herstellst. Verrate uns doch bitte wie…

Ja, das stimmt. Das mache ich immer selber. Die Vorgehensweise ist eigentlich ganz einfach: Man braucht nur die diversen Gemüsesorten, einen Backofen und ein wenig Geduld. Allerdings eignet sich dieses Pulver vorwiegend zum Würzen – ein wirklicher Ersatz für klare Instant-Brühe als Suppengrundlage oder zum Trinken ist es aber nicht. (Anmerkung: das Rezept für Opa Alfreds Brühepulver findet Ihr am Ende dieses Interviews)

 

mkr: Gibt es noch mehr Basis-Zutaten, die Du selbermachst?

Ich habe noch ein Rezept für “Maggiwürfel” aus Liebstöckel, die sind wirklich reinste Natur. Meinen Rinderfond mache ich natürlich auch selbst, genauso mein Chilipulver und meinen Pfefferminztee – da würde mir noch so manches einfallen.

 

mkr: Herzlichen Dank fürs Mitmachen und für das nette Gespräch Alfred!

 

Hier noch wie angekündigt Opa Alfreds Rezept:

Zutaten

für ca. 100g Brühpulver

  • 140 g Zwiebeln
  • 60 g Meersalz
  • 85 g Karotten
  • 65 g Knollensellerie
  • 25 g Lauch
  • 10 g Petersilie
  • 150 g Tomaten
  • 20 g Liebstöckl

So wird`s gemacht:

  1. Den Backofen auf 75 °C vorheizen. Die Zwiebeln schälen und klein schneiden. Mit dem Meersalz im Blitzhacker mixen.
  2. Die Karotten und den Sellerie schälen, den Lauch waschen. Alles klein schneiden und unter die Zwiebel-Salz-Mischung mixen.
  3. Die Petersilienblätter waschen, trockentupfen und grob hacken.
  4. Die Tomaten waschen und halbieren, dabei den Stielansatz entfernen. Die Tomatenhälften klein schneiden und mit der Petersilie unter die Gemüsemischung mixen.
  5. Die Masse in einer Auflaufform oder einem Bräter verteilen und über Nacht im vorgeheizten Backofen trocknen lassen.
  6. Das Brühwürfelpulver noch einmal fein mixen. In einem Schraubglas kann man es mehrere Wochen aufbewahren.

 

 

 

 

Hinweis: Alles Fotos dieses Beitrags stammen aus dem Privatarchiv von Alfred Wissel.

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