Kochende Kerle #6: Jochen Reinhardt – Viva Culinaria!

verfasst von derLasse am 28. März 2013



Ich hatte ja bereits schon einmal erwähnt, dass die vielen netten Online-Begegnungen ein toller Nebeneffekt der Food-Bloggerei sind. Eine der ersten und nettesten dieser Online-Begegnungen ist Jochen Reinhardt aus Köln: Definitiv Zeit ihn Euch einmal vorzustellen!

 

Jochen Reinhardt

 

Jochen startete sein Blog “Viva Culinaria” witzigerweise etwa zur selben Zeit wie ich die Männerkochrunde. Lustig, dass wir quasi gleich am Anfang unserer Blogger-Karrieren übereinander gestolpert sind. Bei Viva Culinaria widmet sich Jochen nicht nur leckeren Rezepten für gutes Essen, sondern gibt auch reichliche Einblicke in eines seiner Lieblings-Kulinarikthemen: Cocktails.

 

mkr: Hey Jochen! Schön, dass Du bei den “Kochenden Kerlen” mitmachst. Erzähl mal, wie wurde ein kochbegeisterter Kerl aus Dir? 

 

Ein Blick in meine Fotoalben belegt: Bereits als Knirps habe ich bei meiner Großmutter den Schnitzelklopfer geschwungen.

 

Ich erinnere mich auch an einen kleinen eigenen Topf – ob damals etwas Vernünftiges herausgekommen ist, weiß ich allerdings nicht mehr. Jedenfalls war ich immer neugierig herauszufinden, wie etwas geht und habe neue Dinge ausprobiert.   Kochen war für mich immer ein Gemeinschaftserlebnis und die Erfahrung, wie unterschiedliche Geschmäcker und Küchen zusammentreffen: Zum Beispiel während meiner Studienzeit, wenn wir als Gruppe internationaler Studenten in Washington, D.C., in der Wohnheimküche bunte Alternativen zu Mensa und Fast Food Angeboten gefunden haben.

 

Später habe ich drei Jahre in Zürich gelebt und war die erste Zeit in einer WG von zwei Engadinern untergekommen. Das brachte eine Nähe zur italienischen Küche kombiniert mit traditionellen Zutaten und Rezepten aus den Bergen. Und für mich mit drei Aha-Erlebnissen: Erstens „Risotto“ – natürlich mit Tessiner Reis! Es gibt übrigens Supermärkte mit Regalen voller unterschiedlicher Reissorten … ich war anfangs damit total überfordert.

 

Zweitens „Grillieren“ – wie der Deutschschweizer sagt – so oft es geht und mit vielen Freunden. Egal ob zu Hause oder im Winter direkt von der Rodelbahn des Zürcher Hausbergs. Und drittens: Das Bewusstsein für die Qualität der Lebensmittel, das viel stärker ausgeprägt ist als in Deutschland. Vielleicht liegt es am Preis: Teuer ist es in jedem Fall, also gönnt man sich für ein bisschen mehr auch mehr Qualität.

 

mkr: Und woher kommt Deine Leidenschaft für Cocktails? 

Auch das hängt mit Geselligkeit und Qualitätsbewusstsein zusammen. Natürlich ist es schön, bei Saft, einem kühlen Bier oder einem guten Wein zusammenzusitzen, aber vor der eigenen Bar über den nächsten Cocktail zu diskutieren ist noch einmal eine Stufe kommunikativer.   Und wer einmal mit frischen Früchten statt Fruchtsaftnektar, aromatischen Sirups statt billigen Zuckerlösungen und mit besonderen Spirituosen statt Discounter-Fusel gemixt hat, wird künftig um Happy Hour Angebote einen großen Bogen machen.

 

Darum bin ich richtig glücklich, dass ich in diesem Jahr die Möglichkeit bekommen habe Geselligkeit und Qualitätsbewusstsein bei Cocktails zu verbinden. Mit einer Cocktailkurs-Reihe in einer Kölner Kaffeebar versuche diese Leidenschaft mit interessierten Mitstreitern zu erkunden.

 

mkr: Das klingt interessant. Was erwartet die Besucher auf einem solchen Abend?

Bei den Abenden geht es darum, Tipps und Tricks guter Cocktails kennenzulernen, selbst zu mixen und festzustellen, welche Unterschiede hochwertige Zutaten machen. Das alles immer in kleiner, unterhaltsamer Runde.

 

mkr: Was treibst Du denn im “richtigen Leben” – abseits der Bloggerei und der Cocktailabende? 

Abseits des Genießens bin ich Pressesprecher bei einem IT-Dienstleister … also ganz was anderes.

 

mkr: Wie kamst Du auf die Idee ein eigenes Blog zu starten?

Immer wenn ich mit Freunden gekocht habe, wurde viel Neues ausprobiert. Die Rezepte haben wir selten aufgeschrieben – und noch schwieriger war dann das Austauschen. Ein Blog war da eine naheliegende Lösung. Bis ich ihn dann aber tatsächlich gestartet habe, ist auch noch einige Zeit ins Land gezogen.

Jochen Reinhardt grillt

 

mkr: Wie sehen Deine weiteren Pläne für vivaculinaria aus? 

Viva Culinaria war nie als reiner Rezepteblog gedacht. Dort soll zusammenkommen, was zum kulinarischen Genuss gehört: Die Küche, der Weinkeller und die Bar – und nicht nur die heimische, sondern auch von außerhalb.

 

Darum schreibe ich immer wieder Gastro-Beiträge – vor allem, wenn mich etwas begeistert hatte. Verrisse sollen andere schreiben, das ist keine Kunst.

 

Viva Culinaria erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und die alleinseligmachende Meinung. Kochen kann anstrengend sein, aber macht Spaß – das versuche ich rüberzubringen. Wer Viva Culinaria verfolgt soll Tipps und Anregungen bekommen, wie er besser und bewusster genießen kann. Darum wirst du nur in besonderen Ausnahmefällen Fertigzutaten in meinen Rezepten finden.

 

Ich orientierte mich an saisonalen und regionalen Produkten mit nachvollziehbarer Herkunft – darum wo möglich Bio, fair und direkt. Kulinarisch ergänzen sich Genuss und gute Taten. Oft ist das auch nicht wesentlich teurer als die industriell basierte Massenküche, wie das Beispiel des selbst gemachten Puddings zeigt. Der ist genauso schnell zubereitet wie mit Tütenpulver und sogar noch günstiger. Viva Culinaria schützt also gegen Lebensmittelskandale :-).

 

mkr: Haha – das ist aber ein schönes Schlusswort. Ich danke Dir ganz herzlich für’s Mitmachen Jochen!!!

 

Natürlich hat Jochen auch noch ein Lieblingsrezept, das er Euch vorstellen möchte – allerdings folgt dies erste nächste Woche in seinem ersten Gastbeitrag für die Männerkochrunde. Um Euch aber schon ein wenig den Mund wässrig zu machen, kann ich ja schon einmal verraten, dass es sich um Schweinelende in Reispapierkruste handelt…yummmeeeee!

 

Ihr solltet auf keinen Fall verpassen, einmal Jochens Blog Viva Culinaria zu besuchen und dort ein wenig herumzustöbern. Vielleicht habt Ihr ja sogar Lust, Euch für einen seiner Cocktail-Abende anzumelden…

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