Trangia – ein genialer Klassiker für die Outdoor-Küche

verfasst von derLasse am 28. Mai 2014



Mai/Juni. Für NRW-ler eine prima Zeit im Jahr, um so manches Wochenende – dank diverser Feiertage – zu verlängern. Da bieten sich spontane Frühjahrs-Campingtrips natürlich an. Ein feines Gadget für die Outdoor-Küche ist dabei der Trangia Sturmkocher.

 

Trangia

 

Egal ob mit oder ohne Camping-Übernachtungen. Wenn man draußen unterwegs ist, kann man hin und wieder mal gut eine Tasse heißen Kaffee oder einen leckeren Snack gebrauchen. Dafür braucht man in der Regel einen Kocher, Brennstoff und passendes Kochgeschirr. Der Trangia – auf Grund seiner skandinavischen Herkunft auch gerne mal als “Schwedenküche” bezeichnet – bietet das alles in einem handlichen Set.

 

Anmerkung: Eigentlich wollte ich den Beitrag zu meinem Trangia schon vor einer ganzen Weile geschrieben haben. Die Bilder dafür hatte ich teilweise schon gemacht (ich gebe zu, dass sie teilweise schon seit 2 Jahren auf meinem Rechner rumlagen), als das Set noch richtig neu war. Inzwischen hat der Kocher schon so manche Betriebsstunde hinter sich. Die Töpfe sehen ein wenig angelaufen aus und die ein oder andere Beule ist auch schon vorhanden, aber dadurch bekommt ein solcher Outdoor-Begleiter ja nur mehr Charakter…

 

Der Trangia ist ein sehr simpler und recht puristischer Spirituskocher, den es schon seit den 50er Jahren gibt. Hergestellt wird er in 2 unterschiedlichen Größen. Die 27er-Serie ist für die Verpflegung von 1-2 Personen, die 25er Serie für 3-4 Personen gedacht. Standard-Brennstoff für den Trangia ist Spiritus. Natürlich kann der Brennwert von Spiritus nicht mit dem von Benzin oder Gas konkurrieren, dafür bietet er als Brennstoff aber andere Vorteile: er ist unglaublich günstig und überall auf der Welt relativ einfach zu beschaffen.

 

Trangia

 

Das System der kleinen Schwedenküche ist wirklich genial:

 

Der Trangia an sich besteht aus einem Brenner (mit dichtem Deckel und Sparring=Reduzierring), einem unteren und einem oberen Windschutz, 2 Töpfen, einer Pfanne und einer Topfzange. Der Clou dabei: alle Teile lassen sich einfach ineinander stecken und so platzsparend verstauen und als kompakte Einheit transportieren.

 

Ich habe das 27er-Set bestehend aus Ultralight-Aluminiumtöpfen und einer beschichteten Pfanne. Es gibt auch noch weitere Sets, bei denen alle Elemente beschichtet, oder aus hart-anodisiertem Aluminium sind. In manchen Sets ist außerdem auch noch ein kleiner Wasserkessel dabei.

 

Will man den Kocher zum Einsatz bringen, packt man die Einzelteile auseinander, steckt oberen und unteren Windschutz zusammen, setzt den Brenner ein, füllt ihn mit Brennstoff, zündet ihn an und schon kann`s mit der Kocherei losgehen. Schon nach relativ kurzer Zeit ist der Spiritus im Brenner heiß genug, so dass er durch kleine Löcher am Brennerrand verdampft und dort verbrannt wird. Es entsteht ein schöner Kranz aus kleinen blauen, heißen Flammen.

 

Konstruktionsbedingt hat man einen sehr stabil stehenden, windgeschützten Kochplatz. Legt man die umgedrehte Pfanne als Deckel auf den Kochtopf ist das System wirklich hervorragend vor Wind geschützt. Kochen lässt es sich “ganz normal”. Durch Einsatz des Sparrings lässt sich die Kocherflamme sogar noch reduzieren, sodass man auch Dinge über einen längeren bei geringer Hitze vor sich hin simmern lassen kann.

 

Das besondere bei diesem Kocher: Die Öffnungen des unteren Windschutzes dreht man in den Wind. Sobald ein laues Lüftchen geht, erhöht dies (durch den Kamin-Effekt) die Leistung des Kochers.

 

Trangia + Trangia Brennstoff-Flasche

 

Für mich ist der Trangia damit ein optimaler „Rucksack-Kocher“ fürs Wandern, Klettern und sonstige Draußen-Unternehmungen bei denen ich Appetit auf etwas warmes haben könnte. An unserem Boulder-Wochenende im Harz, von dem ich hier kürzlich berichtete, waren wir z.B. am Mittag recht weit entfernt von unserem Bulli-Parkplatz und hatten Appetit auf einen schnellen Snack. Natürlich hatten wir dafür Trangia-Set, Wasser, Nudeln und Pesto im Rucksack. So konnten wir uns ruckzuck einen kleinen Boulder-Snack bereiten (Carbo-Loading ;-)…).

 

Trangia Sturmkocher

 

Auch beim Grillen in Park ist der Kocher eine sehr nette Ergänzung, so kann sich zum Beispiel noch bequem eine leckere Portion Cowboy-Beans als Beilage zubereiten.

 

Cowboy-Beans aus dem Trangia

 

Natürlich gibt es für den Trangia auch ein recht umfangreiches Zubehör-Programm. Sehr empfehlen kann ich daraus die Multi-Disc, die sich als Schneidebrett, Sieb und Deckel verwenden lässt. Man kann sie ebenfalls unter der Pfanne im zusammengepackten Set platzsparend verstauen.

 

Außerdem besitze ich noch einen Kocherstern aus Stahlblech für meinen Trangia. Diesen kann man einfach in die Klapphaken einhängen, um kleinere Töpfe – oder wie in meinem Falle, eine Espresso-Kanne (ganz wichtig!) im Trangia zu verwenden.

 

Kürzlich habe ich mein Set außerdem noch mit einem zusätzlichen Gasbrenner ausgestattet. Dieser ersetzt den Spiritusbrenner und ist natürlich um einiges leistungsfähiger und feiner regulierbarer als der ebensolche. Einen ausführlichen Testbericht dazu werde ich in der nächsten Tagen auch noch hier veröffentlichen. Selbstverständlich setze ich den Spiritusbrenner aber nach wie vor noch ein.

 

Für den sicheren Spiritus-Transport besitze ich außerdem noch die 0,5 Liter Brennstoff-Flasche mit Sicherheitsventil von Trangia. Auch diese hat sich bei mir im Einsatz bestens bewährt.

 

Verpackt habe ich mein Kocher-Set zusammen mit 2 Sporks und meinem Swedish Fire Steel in einem praktischen Tragebeutel.

 

Pfannkuchen aus dem Trangia

 

Alles in allem hat man mit einem Trangia einen wirklich praktischen, wartungsfreien, genial einfachen Outdoor-Begleiter, an dem eigentlich auch nicht viel kaputt gehen kann. Sollte doch mal das ein oder andere Teil abhanden kommen, kann man wirklich jedes Einzelteil günstig bekommen.

 

Pfannkuchen aus dem Trangia

Dieser Artikel hat bisher 2 Kommentare.


Bisherige Kommentare:

  1. Matze sagt:

    Meine Güte, der gute alte Trangia. Den hatte ich schon bei meinen Motorrad Trips Anfang der 80er des letzten Jahrhunderts. Und er hält immer noch und ist heil. Ich habe noch keinen besseren Campingkocher gehabt.

    • derLasse sagt:

      Hallo Matze!
      Das hört sich super an – ganz so alt ist mein Trangia natürlich noch nicht – aber ich denke das schafft der auch. An dem System ist ja eigentlich nichts empfindliches dran. Und selbst wenn: Man kann ja wirklich jede Kleinigkeit einzeln nachkaufen…
      Inzwischen habe ich mir noch einen zusätzlichen Gasbrenner für den Trangia gegönnt (das Trangia Originalteil). Funktioniert super – der Kocher wird damit noch ein wenig leistungsfähiger. Jetzt kann ich mir aussuchen, ob ich mit Gas oder Spiritus koche. Ich muss nur den passenden Brenner einpacken.
      Beste Grüße
      Lars

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