Traum-Grillmenü: Vacherin Mont d’Or und Koteletts vom schwäbisch-hällischen Eichelmastschwein

verfasst von derLasse am 28. Oktober 2013



Vacherin Mont d’Or ist ein Schweizer Weichkäse, der nur saisonal, in der Zeit von September bis April erhältlich ist. Genau passend zur Käsefondue-Zeit. Wir haben ihn einfach mal auf dem Grill zubereitet. Dazu gab es traumhafte Koteletts von schwäbisch-hällischen Eichelmastschweinen.

 

Vacherin Mont d'Or und Kotelett vom hällischen Eichelmastschwein

 

Normalerweise bereitet man den Vacherin Mont d’Or im Ofen zu. Aber inzwischen ist ja hinreichend bekannt: Was im Ofen funktioniert, kann auch auf dem Grill gemacht werden. Diese Taktik bietet sich natürlich besonders an, wenn man zusätzlich noch weiteres Grillgut zubereiten möchte. Zum einen haben wir uns für Kartoffeln zum Vacherin entschieden, zum anderen sollte es auch mal wieder etwas “besonderes” geben.

 

Konkret handelte es sich dabei um zwei wunderbare Koteletts vom schwäbisch-hällischen Eichelmastschwein aus Hohenloher Eichenwäldern.

 

Vacherin Mont d'Or und Kotelett vom hällischen Eichelmastschwein

 

Die Zubereitung des Vacherin ist herrlich unkompliziert. Er verbleibt natürlich in seiner schönen Dose aus Fichtenholz. Die obere Rinde wird einfach abgehoben und nun kann man ihn mit seiner Kruste versehen.

 

Zutaten

Vacherin Mont d'Or gegrillt

  • 1 Scheibe Grau- oder Schwarzbrot
  • 1 Hand voll Cranberries
  • 1 Eigelb
  • 1 Knoblauchzehe
  • etwas Rosmarin
  • Kirschwasser

So wird`s gemacht:

  1. Brot und Cranberries werden gehackt, die Knoblauchzehe dazu gepresst.
  2. Das Eigelb mit 3 – 4 Esslöffeln Kirschwasser vermengen und dazu geben.
  3. Mit ein wenig gehacktem Rosmarin würzen.
  4. Nun alles miteinander vermengen und auf den Vacherin Mont d’Or geben. Wer mag, kann vorher noch ein kleines Loch in den Käseteig bohren und dieses mit etwas zusätzlichem Kirschwasser auffüllen…
  5. Als letzten Schritt noch das Fichtenholz etwas mit Wasser befeuchten, damit es Euch auf dem Grill nicht anbrennt.
  6. Dann darf der Vacherin für ca. 20 Minuten bei ungefähr 180 – 190°C in den Bereich der indirekten Hitze auf den Grill. Alternativ könnt Ihr ihn natürlich auch einfach in den Ofen stellen.

 

Vacherin Mont d'Or gegrillt

 

Die zugehörigen Kartöffelchen haben wir ebenfalls auf dem Grill zubereitet. Sie kamen einfach roh in eine Auflaufform und wurden dort mit Olivenöl übergossen und mit Salz, Pfeffer und Rosmarin gewürzt. Von der Garzeit her brauchen die natürlich am längsten – ca. 45 Minuten lang hatten wir sie auf dem Grill. Von Zeit zu Zeit haben wir sie auch immer mal in Ihrer Form (bzw. im Olivenöl darin) geschwenkt.

 

Kotelett vom schwäbisch-hällischen Eichelmastschwein

 

Die Koteletts vom schwäbisch-hällischen Eichelmastschwein sind eine wirkliche Rarität, denn es gibt sie nur einmal im Jahr. Ähnlich wie das Cinta-Senese werden diese schwäbisch-hällischen Landschweine frei laufend auf speziellen Eichenwald-Weiden gehalten. Dort fressen sie ausschließlich Eicheln, frisches Grünzeug aus dem Wald und kernigen Getreideschrot.

Vacherin Mont d'Or gegrillt

 

Einen Stall bekommen sie nicht zu sehen. Geschlachtet werden diese Tiere wenn die ein Gewicht von ca. 3 Zentnern erreicht haben – und das auch nur zu einem Termin im Jahr.

 

Da wir schon vom Geschmack der Cinta Senese Eichelmastschweine so begeistert waren, wussten wir ja in etwa, was geschmacklich auf uns zukommt und haben auf das Würzen vor dem Grillen verzichtet. Die Koteletts kamen einfach ungewürzt auf den Gussrost und wurden hinterher nur mit etwas Salz und Pfeffer gewürzt.

 

Schon im rohen, unverpackten Zustand fiel der unheimlich würzige Duft der Koteletts auf. Als sie auf dem Grill lagen steigerte sich das ganze noch. Da lief einem wirklich das Wasser im Mund zusammen.

 

Auffällig: Die dicke Speckschicht an den Koteletts. Wie auch schon beim Cinta Senese liefert diese einfach einen unglaublichen Geschmack, wenn sie richtig schön kross geworden ist. Und das schöne dabei: Bei diesen Koteletts war diese Schwarte noch ausgeprägter als bei unseren Cinta Senese Koteletts. Wie nicht anders zu erwarten zeichnet sich das Fleisch außerdem durch einen besonders kernig-nussigen Geschmack aus. Einfach nur köstlich! Wir waren durch und durch begeistert.

 

Im Nachhinein fiel uns auf, dass eigentlich ein frischer Salat noch etwas nettes zu unserem Menü gewesen wäre, aber naja…beim nächsten Mal ;-).

 

Vacherin Mont d'Or und Kotelett vom schwäbisch-hällischen Eichelmastschwein

Dieser Artikel hat bisher 10 Kommentare.


Bisherige Kommentare:

  1. Ben sagt:

    Hallo Lasse,
    ich muss endlich aufhören den Blog bei der Arbeit und ohne etwas gegessen zu haben zu lesen.

    Tolle Artikel und schön geschrieben.
    Woher bekomme ich solch ein Schwein?

    Gruß aus Köln

    Ben

    • derLasse sagt:

      Hi Ben,

      erst einmal vielen Dank für`s Lob! Freut mich, dass es Dir hier gefällt.
      Ist ja Sinn der Sache, Euch Appetit und Lust aufs Kochen und Grillen zu machen ;-).

      Tja – wo bekommt man “so ein Schwein her”. Also nen ganzes ist bestimmt nicht ganz einfach…

      Check doch mal die Seite der schwäbisch-hällischen Erzeugergemeinschaft http://www.besh.de – dort kannst Du auch nach Händlern in Deiner Nähe suchen.

      Wenn Du dort nicht fündig wirst, schreib mir doch noch einmal eine e-Mail, ich bin recht häufig in Köln und könnte Dir vielleicht mal was mitbringen.

      Es lohnt sich auf jeden Fall sehr, diese Koteletts zu probieren. Die sind einfach der Hammer!

      Beste Grüße
      Lasse

  2. Ben sagt:

    Hallo Lasse,
    danke für das Angebot.
    Die haben sogar nen Webshop.

    Ist das vergleichbar mit iberico Schwein?

    Gruß

    Ben

    • derLasse sagt:

      Hey Ben,

      na optimal!
      Freut mich, wenn ich weiterhelfen konnte.

      Also es geht schon so grob in die selbe Richtung, ich fand das Eichelmastschwein (das ist aber eben auch nicht das “Standard” schwäbisch-hällische Landschwein) allerdings noch viel viel aromatischer. Kein Witz. Das ist einfach sehr würzig und duftet wirklich schon im rohen Zustand. Habe ich bisher bei anderem Fleisch (auch Iberico) noch nicht so erlebt.

      Berichte doch mal, wie es Dir geschmeckt hat wenn Du es probiert hast.

      Beste Grüße
      Lasse

  3. Kochjojo sagt:

    Hallo

    also so geht das nicht. Da nehm ich dein Rezept, bin bei BESH jetzt Kunde, lass mir das Fleisch von denen bringen, bringe mir den Vacherin Mont d’Or aus Leipzig mit – lag da zufälligerweise in der Mädlerpassage rum, mach alles so wie du es geschrieben hast, und was hab ich davon? Meine Frau (sonst eher Light-orientiert): Oh, das schmeckt ja wie früher, und isst denn Fettstreifen mit. Den FETTSTREIFEN! Und keine Reste gelassen. Das war ein 400g Stück. Für jeden. Und sie isst alles auf. Ja, hallo.

    Übrigens:
    Recht herzlichen Dank für diese tolle Komposition.

    Nur:
    Beim Kirschwasser streich das “3-” 4 Esslöffel ist OK. :-)

    • derLasse sagt:

      Hi,

      also, das nenne ich mal einen Kommentar!
      Ich musste wirklich lachen – vielen Dank dafür.
      Davon ist wirklich in den meisten Fällen nicht auszugehen, dass die Dame den Fettrand essen mag – da hast Du wahrscheinlich noch Glück gehabt, dass sie Dir Deinen gelassen hat ;-)

      Freut mich, wenn Ihr ein tolles Essen hattet!!! Super!!!

      Ja, bei uns waren es auch eher 4 großzügige Löffel Kirschwasser, aber das Zeug ist ja auch nicht jedermanns Sache. Besser etwas vorsichtig dosieren. Wer es gerne mag darf selbstverständlich auch etwas mehr davon reingeben.

      Viele Grüße!!!

  4. Hardy sagt:

    Halo Lasse, Danke für den Wink auf dieses Rezept. Das sind gleich 2 tolle Vorschläge. Der Vacherin gehört in der Wintersaison absolut zu unseren Favoriten. Diesen zusätzlich zu verfeinern, darüber habe ich noch nie nachgedacht – ist er doch gut gereift aus der Box schon ein Vergnügen zu essen. Aber es sieht so verfeinert als Raclette sehr lecker aus!!

    Ich wußte nicht, daß es vom Hällischen solche Saisonalen Schweinereien gibt. Ich mach mich schlau! Da ich aber die Hälfte des Jahres in Spanien verbringe, habe ich den unendlichen Vorteil jederzeit über Fleisch vom Iberico (das ist die Spanische Antwort auf das Eichelmastschwein) zu verfügen. Ich werde dann im Frühjahr dort die Koteletts probieren.
    Und man kann es kaum glauben. Beim Deutschen Discounter (vor Ort in Spanien) gibt es im Sommer fertig marinierte Spareribs vom Iberico zu kaufen. Schade ich kann kein Bild anhängen, die sehen nämlich sensationell aus diese Rippen.
    Hau rein – Dein blog ist eine Fundgrube von fast verbotenen Männergenüssen.

    • derLasse sagt:

      Hey Hardy,
      Wow – da bist Du ja wirklich zu beneiden :-)
      In Spanien bin ich auch immer wieder beeindruckt, was dort an Fleisch angeboten wird.
      Da führen ja sogar manche große Supermärkte Ibérico. Sogar Presa-Stücke…
      Die bekommst Du in Deutschland ja eigentlich nur im Online-Versand.
      Ist schon sehr lecker dort…

  5. Hardy sagt:

    Mann Mann Mann allein vom Hinsehen wird man schon in den 7. Genusshimmel gehoben. Da habt Ihr Euch was Leckeres ausgedacht. Weil es gerade bei Facebook nochmal gebloggt wurde bin ich wieder bei diesem sensationellen Beitrag gelandet.

    Der Vacherin mit Hut ist ja schon eine Klasse für sich. Die beiden Stücke vom Hohenloher Schwein eine Klasse für sich. Schade – bei meinem Metzger sind die Kotelette immer schon so stark beschnitten. Ich muss ihn mal bitten den Schnitt genauso zu machen und die Schwarte dran zu lassen. Sieht alles ganz excellent aus.

    Habe mir das gerne noch einmal angesehen und wurde daran erinnert jetzt unbedingt mal nach den Fichtendosen Ausschau zu halten. Einen Vorteil hat das Grenznahe Wohnen ja auch.

    • derLasse sagt:

      Hallo Hardy,
      da muss ich ganz ehrlich sagen: Mir ging das fast genauso als der Ingo den Artikel verlinkt hatte und ich ihn noch einmal durchgelesen habe… Seitdem hatte ich nämlich auch keinen Vacherin mehr – hällische Landschwein-Koteletts allerdings schon ;-). Werde jetzt bald auch unbedingt noch einmal einen machen.

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